Montag, 7. August 2017

Rezension: `Böse Seelen` von Linda Castillo

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Undercover bei den Amischen!!












Kate Burkholder, Polizeichefin in Painters Mill in Ohio und ehemalige Amische, wird von der Polizei aus dem Bundesstaat New York um Amtshilfe gebeten. Dort kam in der amischen Gemeinde ein Mädchen ums Leben und es gibt allerlei Gerüchte um die Gemeinde und ihren Bischof. Irgendetwas stimmt nicht mit den Leuten. Niemand von ihnen will jedoch mit der Polizei reden und so tappen die Ermittler ziemlich im Dunkeln.
Die Idee ist nun, Kate als ehemalige Amische dort einzuschleusen. Sie soll sich als Witwe ausgeben und der Gemeinde beitreten.
Das ist natürlich ziemlich heikel, weil sie als Amische auch die Sitten und Gebräuche annehmen muss.
Das bedeutet, jetzt ist sie ziemlich auf sich allein gestellt, denn wenn man ihr die Rolle abnehmen soll, darf sie nicht durchs Handy oder gar einen Wagen auffallen.
Kate überlegt nicht lange und sagt zu, zum Ärger ihres Lebenspartners Tomasetti, der die Sache für zu gefährlich hält.
Es gelingt Kate schnell, sich mit Mitgliedern der Gemeinde anzufreunden, wobei sie direkt merkt, alle sind extrem eingeschüchtert, wenn es um den Bischof geht.
Kate ermittelt heimlich, findet auch bemerkenswerte Dinge heraus, die sich dort abspielen und dass der Tod des Mädchen nur die Spitze des Eisbergs ist. Schon bald befindet sie sich jedoch selbst in großer Gefahr...
Mir hat diese neue Story supergut gefallen, hatte das Buch in zwei Abenden ausgelesen. Es war mal ganz anders als die übrigen Fälle, in denen Kate in ihrem Revier und mit ihren Kollegen ermittelt hat.

Ich lese immer gerne über die Amischen und fand diesen Fall besonders spannend. Linda Castillo hat einen flüssigen Schreibstil und  die kurzen Kapitel tragen dazu bei, den Spannungsbogen konstant oben zu halten. Die Autorin hält sich nie mit unwichtigen Beschreibungen oder Details auf, um die Seiten zu füllen.
In diesem Band war besonders gut, dass es nicht soviel Privatkram von Kate und Tomasetti gab, denn das hat mich in den vorigen Bänden etwas genervt.

 Hier ging es wirklich nur um diesen außergewöhnlichen Fall, der mit einem Ende überraschte, das ich überhaupt nicht erwartet hätte.

Eine ganz klare Leseempfehlung für den neuen Band um Kate Burkholder und die Amischen!!



                               
 Ich danke dem Fischer Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Freitag, 4. August 2017

Rezension: `Unorthodox` von Deborah Feldman

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Regeln-  Zwänge- Verbote
















Deborah Feldman wächst in einer strengen jüdischen Familie auf, die der chassidischen Gemeinde angehört. Das Leben besteht allezeit aus Sitten, Ritualen, Zwängen und Gebräuchen. Als junges Mädchen darf Deborah nichts von dem, was andere Jugendliche in ihrem Alter so tun, noch nicht einmal lesen.
Sie muss sich züchtig anziehen, die Kleidung ist immer lang und unmodern. Die Frauen rasieren sich die Köpfe, damit kein Fremder ihre Haare sieht, tragen stattdessen  Perücken. Kontakt zu Andersgläubigen geht gar nicht.
Deborah möchte sich eigentlich schon früh  gegen die strengen Regeln zu Hause auflehnen, trotzdem gehorcht sie artig und auch als ihr ein Ehemann ausgesucht wird, willigt sie ein. Ehen werden grundsätzlich von den Eltern und der Familie arrangiert, ein Mitspracherecht gibt es für die Eheleute nicht. Die Regeln und Sitten, wie es abzulaufen hat, an welchen Tag was geschieht, wann man den Mann zum ersten Mal sieht usw. ist alles streng reglementiert. Aufgeklärt wird niemand von den jungen Leuten, aber es gibt Unterricht, in dem dem Paar erklärt wird, wie evtl eine Hochzeitsnacht abläuft.
Doch weder Frau noch Mann haben eine Ahnung, was wirklich passiert. Am nächsten Tag wird sofort alles von der Familie kontrolliert und wehe, es ist kein Blut im Laken.
Es wird ein unglaubliches Theater um die Periode der Frau gemacht, da sie in der Zeit und danach als unrein gilt. Anschließend muss ein Rabbi  tagelang weiße Tücher kontrollieren, ob kein Blut mehr zu sehen ist.  Zuletzt muss die Frau in ein Badehaus gehen und wird von Badefrauen gewaschen, was tlw. auch sehr unangenehm und intim ist. Danach erst ist die Frau wieder rein und der Mann darf sie berühren.
 Ein anderes wichtiges Thema ist das Verhalten am Sabbat. Es darf absolut nichts getan werden, Mütter mit kleinen Kindern dürfen  diese nicht  auf der Straße tragen, denn etwas tragen ist nicht erlaubt. Also müssen sie dann zu Hause bleiben, wenn die Familie sich bei Verwandten trifft. Als dringend ein Krankenwagen benötigt wird, wird auch erwartet, dass man die Schmerzen bis Sabbatende aushält, weil telefonieren eine unerlaubte Tätigkeit wäre. Zu Anfang des Buches nahm ich an, wir befinden uns in irgendeiner anderen Zeit, aber das Ganze spielt sich im 21. Jahrhundert ab. Unvorstellbar, ich konnte eigentlich immer nur mit dem Kopf schütteln, ich finde es unfassbar, in der heutigen Zeit so etwas zu lesen. 
Das ganze Leben der chassidischen Juden besteht nur aus strengen Regeln, Unmengen an Bräuchen und Verboten. 
Ich mag seit jeher die jüdische Kultur mit ihren Sitten und Gebräuchen und lese gerne darüber. Doch gegen die chassidische Gemeinde sind ja sogar die Amischen  noch fast fortschrittlich.

Das Ende kam etwas abrupt, ich hätte mir Deborahs Ausstieg aus der Gemeinde doch etwas ausführlicher beschrieben gewünscht. Ansonsten ist `Unorthodox` ein Buch, das ich unbedingt empfehlen kann, wenn sich jemand für das Thema interessiert.
Wer Lust hat, kann übrigens eine ganze Menge bei Google nachlesen.



 Ich danke dem   btb Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares


Mittwoch, 2. August 2017

Rezension: `Rebenblut` von Ellin Carsta

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Die Geschichte um Isabel geht weiter!!!


















  Gysinheym am Rhein, im Jahre 1359. 
Schon der erste Band um Isabel Velten und ihre Familie hat mich begeistert. Auch im zweiten Teil geht es, wie der Titel schon vermuten lässt, wieder um die Weinberge.
Eigentlich läuft alles recht gut, Isabel lebt mit ihrer Freundin Hanna und allen Kindern zusammen im Haus ihres verstorbenen Mannes und der Weinanbau ist mehr als erfolgreich. Einige Weinberge haben sie vom Kloster Johannisberg gepachtet, andere Hänge sind Isabels Eigentum. 
Hannas und Isabels inzwischen erwachsene Söhne, Albert und Matthis, befinden sich auf einer Geschäftsreise, um die Gastwirte und Abnehmer der Weinfässer zu besuchen. Die Abwesenheit der Männer nutzt der intrigante Bischof, um hinterhältig die vorhandenen Verträge mit dem Kloster zu ändern. Da Isabel als Frau keine Unterschriften leisten darf, ist niemand da, der dem Bischof Einhalt gebieten kann. Da fällt Isabel ihrerseits eine List ein. Hanna soll Albert und Matthis mit den beiden jüngeren Söhnen hinterherreisen. Vielleicht schaffen sie es, die beiden zu finden und sie rechtzeitig zurückzuschicken.

Ellin Carsta hat es wieder geschafft, mich ganz  ins 14. Jahrhundert eintauchen zu lassen. Spannend beschreibt sie den Alltag zur damaligen Zeit, der besonders schwierig war für Frauen, die auf sich gestellt waren und keinen Ehemann an ihrer Seite hatten.
Ich bin immer wieder beeindruckt, wie die Menschen früher gereist sind und  wie beschwerlich es war.
 Um von Gysinheym nach Bremen zu gelangen, war man sehr lange unterwegs, teilweise zu Fuß, mit dem Schiff und zu Pferde. Wenn ich darüber lese, muss ich immer denken, wie einfach man heutzutage mit dem Auto, Zug oder Flugzeug in kurzer Zeit überall hinkommt.

Viele interessante Charaktere, die wir teilweise auch schon aus dem vorigen Band kennen, treffen wir wieder, aber es kommen auch neue hinzu.

In Bremen lernen Hanna und ihre Söhne Anna von Goossen kennen, die den Lesern aus dem Buch `Die Duftnäherin` sicher noch in guter Erinnerung ist. Das hat mir gefallen und auch das Hansefest spielt wieder eine Rolle.
  Doch leider klappt nicht alles so, wie sich Isabel das vorgestellt hat.
Sie hat viele Hürden zu überwinden und immer werden ihr vom Bischof und seinem Gefolge neue Steine in den Weg gelegt. Bis irgendwann das Schicksal, ganz unerwartet und erbarmungslos zuschlägt und die Familien auseinanderreisst. Von einem Tag zum anderen ist alles anders und zudem die ganze Existenz bedroht.
Kann Isabel sich noch einmal aufraffen und weiterkämpfen oder gibt sie aufgrund der schrecklichen Verluste, die sie erlitten hat, auf?
Der zweite Teil der `Reben-Bücher` hat mir genauso gut gefallen wie der erste. Es ist leichte Lektüre, die sich wunderbar zum Abschalten und Wohlfühlen eignet, idealerweise für den Urlaub.
Das Ende des Buches lässt auf eine Fortsetzung hoffen.




.Wenn Ihr noch eine andere Meinung zum Buch hören möchtet, guckt mal bei Monis Zeitreise

Montag, 24. Juli 2017

Rezension: `Du sollst nicht leben` von Tania Carver

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Der Rechtsprecher!!

















Diesmal hat sich Tania Carver zwei abgefahrene Stories ausgedacht. Detective Phil Brennan wird zu einem Mordfall gerufen, bei dem eine junge Frau und ihr Kind vor den Augen des Partners getötet wurden.
Der Leser hat diesen Mord aber schon vorher hautnah mitbekommen.

Gleichzeitig ist Phils Ehefrau und Profilerin Marina in einen anderen, auch spannenden Fall verstrickt. Sie muss in einer Psychiatrischen Anstalt ermitteln.
Im dritten Handlungsstrang erfahren wir einige Dinge  aus der Sicht des Täters.
Tania Carver wechselt in rasantem Tempo zwischen den Fällen hin und her, trotzdem ist das Buch nicht unruhig,
Der Täter nennt sich `Der Rechtsprecher` und er hat sich nur Phil als Verhandlungspartner bei der Polizei ausgesucht. Ihn ruft er an-  immer bevor er den nächsten Mord begeht.
Mit seinen Opfern geht er äußerst brutal vor und den Lesern bleiben keine Einzelheiten erspart.
Es gab ein paar Ungereimtheiten für mich, doch darüber konnte ich gut hinweglesen, weil der Thriller mich ansonsten durchweg gefesselt hat.
Genauso fand ich Marinas Fall extrem spannend, auch wenn das Ende mich nicht ganz zufrieden zurückgelassen hat. Ich bin mir sicher, es gibt eine Fortsetzung, doch das dauert ja meist ein Jahr und bis dahin habe ich schon wieder vergessen, um was es ging.
Trotzdem kann ich eine ganz klare Leseempfehung  für diesen spannenden, packenden Thriller aussprechen !!






Ich danke dem Ullstein Verlag und Netgalley für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Samstag, 22. Juli 2017

Es gibt wieder einen Gewinner !!!

Liebe Leser.
Ich mache es heute mal kurz😄

Das Exemplar von `Die Räuberbraut` von Astrid Fritz hat gewonnen::
Direkt die Nummer 1
Martina von Martinas Buchwelten

Herzlichen Glückwunsch !!
Bitte schick mir noch Deine Adresse..

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Gewinns.

Mittwoch, 19. Juli 2017

Rezension: `Die Töchter der Heidevilla` von Madeleine Harstall


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Schöner Familienroman mit geschichtlichem Hintergrund!!


















Die siebenjährige Zilla wird heimlich von ihrer Mutter aus der DDR ausgeschleust. Allein in der Fremde, jedoch mit neuen Pflegeeltern, geht sie ihren Weg, studiert und wird erfolgreich im Beruf. Die Ehe mit Richard ist allerdings nicht ganz so, wie sie es sich ursprünglich vorgestellt hatte.

Nach Öffnung der Grenzen bleibt ihr die leibliche Mutter fremd, doch als diese sie bittet, einige Wochen die Pferdezucht zu leiten, da sie ins Krankenhaus muss, sagen Zilla und Richard zu.

Durch Zufall findet Zilla im Haus ein Heft, in dem ihre Großmutter  ihre Lebensgeschichte aufgeschrieben hat.

Sie beginnt zu lesen und wir werden  in die Zeit vor und während des zweiten Weltkrieges versetzt.  Zilla gewinnt völlig neue Erkenntnisse über sich und ihre Herkunft und auch Richard wird gezwungen, die Vergangenheit seiner Familie aufzuarbeiten.

Das Buch ist flüssig geschrieben und hat mir gut gefallen, wenn es auch zwischendurch manchmal an ein Verwirrspiel im Theater erinnerte, was aber nicht wirklich störte. 

 Die Flucht aus Ostpreußen, alle Mühen und Qualen, werden Zilla vom alten Pferdewirt Aki berichtet und nach und nach fügt sich alle Gelesene und Gehörte zu einer komplexen Geschichte zusammen, an der Zillas und Richards Ehe zu zerbrechen droht.

Die Töchter der Heidevilla sind allesamt, in jeder Generation, starke Persönlichkeiten gewesen, die sich oft allein durchkämpfen mussten.
Ein sehr schöner, lesenswerter Familienroman mit liebevoll gezeichneten Charakteren und interessantem geschichtlichen Hintergrund.





Ich danke  Dotbooks Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares

Dienstag, 18. Juli 2017

Rezension: `Blutschmuck` von Petra Mattfeldt

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Spannend ohne viel Blutvergießen!!!



















 Profiler Falko Cornelsen und seine Freundin Sarah treffen auf der Beerdigung von Sarahs Mutter auf Lisa Schönfeld, eine ehemalige Freundin der Verstorbenen.

Als sie die Bernsteinkette an Sarahs Hals sieht,  legt sie auf dem Friedhof urplötzlich ein verstörendes Verhalten an den Tag, schreit los und reagiert völlig hysterisch und bevor Falko nachfragen kann, ist sie verschwunden.
Weder Sarah noch Falko lässt dieses Verhalten Ruhe und Falko beginnt Nachforschungen anzustellen.

 Um überhaupt an Informationen über Lisa Schönfeld zu kommen, muss er tief im Polizei-Archiv graben. Er wird wirklich fündig und stößt auf einen ungeklärten alten Fall, bei dem es um die Vergewaltigung von Lisa Schönfeld und ihrer Mutter geht und die Täter nie gefasst wurden.
 Je mehr Falko sich damit beschäftigt, umso mehr wird ihm klar, dass er in ein Wespennest gestochen hat. Es scheint  in der Vergangenheit noch eine ganze Menge Fälle gegeben zu haben, alle mit der gleichen Vorgehensweise der Täter, die aber nie aufgeklärt wurden. Es stellt sich heraus, dass bei den Ermittlungen extrem geschlampt wurde.
Diese alten Vergewaltigungsfälle  wurden schon lange zu den Akten gelegt, doch Falko ist so angefixt, dass er sie wieder aufrollen möchte.

In `Blutschmuck` geht es in erster Linie um die Ermittlungen. Falko redet mit Betroffenen von damals, setzt Puzzlestück für Puzzlestück zusammen und leider gibt es auch in Sarahs Familie dunkle Geheimnisse, die nach und nach ans Tageslicht kommen.
Ich liebe diese Art von Krimi, in denen es hauptsächlich  um Nachforschungen geht, weil die Verbrechen in der Vergangenheit liegen.

In einem anderen Erzählstrang blendet die Autorin in die  60er Jahre zurück und einer der Täter, um die es hier geht, kommt zu Wort.
 Das macht das Ganze erst recht spannend, da der Leser schon Einzelheiten kennt, während Falko und seine Kollegen noch im Dunkeln tappen.

`Blutschmuck` hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, habe es in zwei Abenden gelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.
Es hat mir richtig gut gefallen und wer es auch nicht gern so blutrünstig mag, sollte unbedingt zu diesem Buch greifen.






Ich danke dem Gmeiner Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Montag, 17. Juli 2017

Gewinner !! Gewinner !! Gewinner !!


Vielen Dank für eure zahlreiche Teilnahme am Gewinnspiel!!!

Je ein Buch `Wo ist Jay?` haben gewonnen :




Mikka liest     
                           Melanie Mona Berg
  Ilo Na L  




               Herzlichen Glückwunsch !!!!!!!

Bitte schreibt mir eure Adressen und ob Ihr lieber ein Print oder eBook möchtet.

Vielen Dank an Astrid Korten für die Bereitstellung der Verlosungsexemplare.