Dienstag, 21. Februar 2017

Rezension: `Die Holunderschwestern` von Teresa Simon

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Lange verborgene Familiengeheimnisse !!


















Katharina ist eigentlich ganz zufrieden mit ihrem Leben, als eines Tages unerwartet der Engländer Alex Bluebird vor ihrer Tür steht. Er übergibt ihr eine alte Kladde, in der sich die  Tagebücher ihrer verstorbenen Urgroßmutter Fanny befinden.
Gespannt stürzt sich Katharina auf die Lektüre, die 1918 beginnt und sie sofort in ihren Bann zieht, denn das Leben ihrer Urgroßmutter schien alles andere als langweilig gewesen zu sein.
Teresa Simon schreibt in zwei Zeitebenen, wechselt immer zwischen Anfang des 20. Jahrhunderts und 2015 hin und her.
Beide Handlungsstränge fand ich spannend, wobei ich noch lieber in Fannys Leben abgetaucht bin.

Die Entwicklung des Nationalsozialismus zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg bekommt man genau mit, denn Fannys beste Freundin ist Jüdin.
Als Fanny zeitweise bei der Familie von Paul Klee, dem Maler, arbeitet, begegnen uns bekannte Namen. Dort trifft sie des Öfteren auf Rainer Maria Rilke, Bert Brecht und Oskar Maria Graf.

Katharina ist eine sympathische Protagonistin, deren Leben ziemlich durcheinander gerät, als durch die Aufzeichnungen lange verborgene Familiengeheimnisse ans Licht kommen.
Dabei befindet sie sich selbst gerade in einem Gefühlschaos, denn der nette Alex ist ihr nicht gleichgültig, doch leider ist er gebunden.



Durch die verschiedenen Zeitebenen ergibt sich eine spannende Story, die Mischung aus historischem Roman und den Geschehnissen in der  Gegenwart verleiht dem Buch die richtige Würze.
Teresa Simon ist mit `Die Holunderschwestern` wieder ein wunderbares Lesevergnügen gelungen!!









Montag, 20. Februar 2017

Gastrezension: `Korrosion` von Peter Beck







Actionreiche Spannung, jedoch fernab der Realität












             Gastrezension von Eva Endejan


Eine reiche ältere Dame wird kurz nach Weihnachten erschlagen in ihrer Wohnung gefunden. Winter, Mitarbeiter der Bank, in der sie Kundin war, und ehemaliger Polizist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Testament zu vollstrecken.
Da die Dame es zur Auflage gemacht hat, dass vor Vollstreckung des Testaments herausgefunden wird, welches ihrer drei Kinder ihren zweiten Ehemann vor Jahren durch Einsperren in einen Ofen getötet hat, beginnt Winter zu ermitteln.
Schnell geht es um Familiengeheimnisse, Missbrauch und Schuld.

Parallel zur Handlung wird auf einer zweiten Zeitebene die Geschichte eines Flüchtlings auf dem Weg aus Afrika erzählt. Erst zum Schluss verknüpfen sich beide Ebenen.

Ich lese viele Krimis und der Schreibstil mit relativ kurzen Kapiteln war für mich sehr angenehm.
Jedoch konnte ich mit der Basis der Geschichte bis zum Schluss nicht warm werden, weil sie auf mich extrem unrealistisch wirkte.
Ein Banker, dessen Aufgabe es ist, Ermittlungen anzustellen, der sich bis zum Schluss immer wieder selber in Lebensgefahr bringt und der für eine Kundin der Bank tagelang recherchiert, handelt, zu diversen Familienmitgliedern reist und zuletzt deren Beerdigung organisiert, ist für mich kein realistischer Plot.
Um Spannung aufzubauen, gibt es immer wieder sehr detaillierte Actionszenen, die mir jedoch zu viel des Guten, zu ausgeschmückt waren, und gerade das Finale setzte sich aus Actionhandlungen zusammen, die mir eindeutig zu viel waren, so dass es mir zwischendurch während des Finales sehr langweilig wurde.
Auch die Auflösung der Geschichte am Schluss war für mich keine Überraschung, sondern etwas, was ich schon auf den ersten Seiten erahnt hatte.

                                  Vielen Dank, liebe Eva für diese Gastrezension!!!

Sonntag, 12. Februar 2017

Rezension: `Niemandsmädchen` von Eva Maria Silber

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Wo ist Christina?




















Das Buch beginnt mit einem Störfall an der Erdgasleitung in einem großen Werk in Ostfriesland, der auf dem Weg ist, sich zu einer Katastrophe auszuweiten. Leute werden evakuiert und das Schlimmste wird befürchtet.
 Zu gleicher Zeit bringt eine Frau im Krankenhaus ein Baby zur Welt, doch sie verhält sich ziemlich komisch, will das Kleine noch nicht einmal ansehen und plötzlich ist sie samt Kind verschwunden.


Kriminalkommissarin Hannah Adams wird mit der Suche nach der verschwundenen Mutter beauftragt, denn die Ärzte befürchten, dass sie dem Neugeborenen etwas antun könnte.
An die Seite wird ihr die junge  Staatsanwältin Leyla Zapatka gestellt, doch Adams fühlt sich ihr überlegen und benimmt sich echt fies.
Trotzdem müssen sie bei der Suche zusammenarbeiten und nach anfänglichen Schwierigkeiten klappt das hinterher auch ganz ordentlich.
Das Buch hat mir gut gefallen, das Thema ist ja leider aktuell. Wie oft liest man, dass Mütter ihre Kinder nach der Geburt töten und verstecken.
Was mich etwas gestört hat, war das Benehmen von Adams und  ihre schnodderige Art, die sich hinterher Gott sei Dank besserte.
Der  Handlungsstrang mit der Umweltkatastrophe wurde irgendwie nicht wirklich weiter verfolgt, den hätte man sich eigentlich schenken können. Der Fall der verschwundenen Frau reichte  für mich vollkommen.
`Niemandsmädchen` ist  ein Krimi ohne große Action, aber trotzdem spannend. Der flüssige Schreibstil, das fesselnde Thema, mit einer ordentlichen Portion Lokalkolorit versehen, ließen mich das Buch in nicht mal zwei Abenden auslesen.








Freitag, 10. Februar 2017

Rezension: `Sturmherz` von Corina Bomann




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Tragische Geschichte einer großen Liebe!!









Alexa hat seit vielen Jahren kein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter Cornelia. Nun liegt diese plötzlich mit einem Schlaganfall im Krankenhaus und ist auf die Hilfe ihrer Tochter angewiesen.

 Der Roman spielt in zwei Zeitebenen, wodurch wir die junge Cornelia und ihren Freund Rick während der Sturmflut 1962 in Hamburg kennenlernen.
Aus zwei Sichten wird die Liebesgeschichte des jungen Paares erzählt und warum eine Aneinanderreihung unglücklicher Umstände  damals ein Happy End verhinderten.
Der andere Handlungsstrang spielt in der Gegenwart.
Bei der Durchsicht der Papiere stößt Alexa auf Briefe und Aufzeichnungen, die das Verhalten ihrer Mutter in den vielen Jahren in einem anderen Licht erscheinen lassen.
Alex hat eine Menge Fragen und dann bekommt sie die Gelegenheit, die Geschichte aus erster Hand zu hören, denn Rick ist zurückgekommen.

Corina Bomann lässt den Leser lange darüber im Ungewissen, was damals passiert ist und wieso Cornelia ihrer Tochter nie die nötige Liebe geben konnte.
Nach und nach, Stückchen für Stückchen erfährt man immer mehr und leidet mit den Beteiligten. Trotzdem konnte ich Cornelias Verhalten nicht verstehen oder nachempfinden.
Alexa kämpft ein Leben lang um die Liebe ihrer Mutter und nun, als Cornelia krank ist, scheint sie ihr endlich eine Erklärung zu geben. Aber ist es dafür nicht längst zu spät?
Corina Bomann wirft immer nur Bröckchen hin und so wird die Phantasie der Leser angeregt und man kann selbst versuchen, sich einen Reim auf das Verhalten zu machen.

Gekonnt  springt sie zwischen den Zeiten und verschiedenen Perspektiven hin und her und  fesselt den Leser  mit der tragischen Geschichte einer großen Liebe, durch die viele, auch Unbeteiligte sehr leiden mussten.
`Sturmherz` ist eine leichte Lektüre, die sich  wunderbar zum Entspannen eignet und mich sehr gut unterhalten hat.




lIch danke dem Ullstein Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Mittwoch, 8. Februar 2017

Rezension: `No Carb- Abendessen` von Inga Pfannebecker

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Schlank fast ohne Kohlenhydrate!!!
















`No Carb- Abendessen` ist reich bebildert und  jedes Gericht ausführlich beschrieben. Schritt für Schritt wird man durch das jeweilige Rezept geführt, sodass die Zubereitung völlig unkompliziert gelingt. Besonders für Koch-Anfänger ist das Buch bestens geeignet.
Die Gerichte haben alle einen Kohlenhydratanteil von maximal 10% und weniger als 600 kcal.
Fleisch, Fisch und Gemüsegerichte werden in höchstens 30 Minuten zubereitet.  



Das Buch eignet sich hervorragend für die schnelle und schlanke After Work Küche, wenn man nicht viel Zeit zum Kochen hat und trotzdem etwas Gesundes und Kalorienarmes mit wenig Kohlenhydraten auf den Tisch bringen möchte.
Obwohl das Büchlein nicht sonderlich dick ist, enthält es viele schmackhafte Rezepte und wirkt zusätzlich durch die wunderschönen Fotos, bei denen man wirklich Appetit und Lust aufs Kochen bekommt.






Dienstag, 31. Januar 2017

Rezension: `Der Scharfrichter` von Nadine d`Arachart u. Sarah Wedler


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Ein Wettlauf gegen die Zeit!
















Nachdem Ermittlerin Daria Storm im ersten Band den Schinder zur Strecke gebracht hat, scheint es jetzt eine Steigerung zu geben. Ein grausamer Mörder richtet seine Opfer nach dem Vorbild mittelalterlicher Foltermethoden hin. Schnell bekommt er von der Presse den Namen `Der Scharfrichter.`
Bei jedem der Toten findet sich ein Hinweis auf den nächsten Mord. Daria und ihr Team sind verzweifelt, denn der Mörder ist ihnen immer einen Schritt voraus. 
Irgendwann ist sich Daria sicher, es kann ihr nur einer bei der Aufklärung der Morde helfen: Der Schinder! 

Daria ist inzwischen fest mit ihrem Kollegen Martin liiert. Er weiß um die Gefühle, die Daria für den Schinder hatte und ist sich nicht sicher, wie es jetzt in ihr aussieht. Natürlich möchte er auf keinen Fall, dass sie mit ihm in Kontakt tritt.

Daria jagt den Mörder, wobei jagen diesmal wörtlich genommen werden kann. 
 Ohne Verschnaufpause  reihen sich Mord an Mord und das Autorenduo spart nicht an grausamen Einzelheiten zu den Taten.
In  einem rasanten Tempo ist die Polizei dem Täter auf den Fersen, doch leider kommt sie immer einen Moment zu spät, um ihn zu fassen oder seine Taten zu verhindern. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.


Die kurzen Kapitel und der flüssige Schreibstil sorgen dafür, dass der Spannungsbogen oben gehalten wird, auch wenn ich mir zwischendurch etwas mehr Ruhe gewünscht hätte.
Im ersten Band war mir Daria Storm nicht sonderlich sympathisch, weil sie sich teilweise so naiv benommen hat und sich dadurch in große Gefahr brachte.
 Jetzt gefiel sie mir um einiges besser, handelt sie doch nicht mehr so unüberlegt wie bei `Der Schinder.` Ich bin sicher, es gibt bald eine Fortsetzung, denn das Kapitel Daria und der Schinder ist für mich noch nicht zu Ende.






Sonntag, 29. Januar 2017

Rezension: `Alpenküche vegetarisch` von Cornelia Schinharl




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Deftig geht auch ohne Fleisch!!











Als ich den Titel las, konnte ich mir zuerst nicht wirklich etwas darunter vorstellen. Denn bei Alpenküche denke ich immer an deftige Gerichte mit ordentlich Fleisch dabei. Ich kenne einige vegetarische Kochbücher, aber fand die Auswahl meist nicht nach meinem Geschmack.
Nun war ich gespannt, was die vegetarische Alpenküche zu bieten hat.
Ich muss sagen, ich bin ziemlich begeistert. Vorspeisen, Beilagen, Hauptgerichte, Suppen und allerlei Süßes werden hier präsentiert. Leider sind nicht alle Rezepte bebildert, was allerdings mein einziger Kritikpunkt ist. 
Hier findet man schön deftige Gerichte mit viel Käse, Pilzen, Kartoffeln Nudeln, aber eben auf besondere Art zubereitet. Interessante kurze Geschichten z.B. über den Sommer auf der Alp, oder über das Enzian brennen lockern das Ganze zusätzlich auf und machen noch mehr Lust auf die Alpenküche!
Wer gerne deftig isst, aber fleischlos vorzieht, sollte unbedingt zu diesem Kochbuch greifen !!!
Wer sagt, ohne Fleisch geht nichts, wird hier eines Besseren belehrt! 







Ich danke dem ZS Verlag  für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Mittwoch, 25. Januar 2017

Rezension: `Das Lied der Störche` von Ulrike Renk

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`Das Lied der Störche`















Das Buch erzählt die Geschichte der elfjährigen Frederike von Weidenfels, die mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern auf das Gut des Stiefvaters nach Ostpreußen zieht.
Schon früh ist ihr bewusst, dass sie keine Mitgift zu erwarten hat, da ihr leiblicher Vater tot ist.
So versucht sie möglichst viel zu erlernen, damit sie evtl. später einmal eine Stellung als Hausdame bekommt, denn an eine Heirat glaubt sie nicht.
Frederikes Mutter möchte ihre Tochter natürlich trotzdem gut versorgt sehen und legt ihr den um viele Jahre älteren Ax von Stieglitz ans Herz. Für Ax schwärmte Frederike schon, als sie elf war, doch sieht er in ihr mehr als ein Kind? 
Als Frederike älter wird, scheint Ax  an ihr interessiert zu sein, doch irgendein Geheimnis umgibt den Mann und aus welchem Grund hat er nie geheiratet?
`Das Lied der Störche` soll auf wahren Begebenheiten beruhen, was man im Anhang noch ausführlicher nachlesen kann.
 Bildhaft erzählt Ulrike Renk über das Leben auf dem Gutshof in Ostpreußen in der 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Man konnte sich als Leser direkt dorthin versetzen und plötzlich in eine andere Zeit abtauchen.
Detailliert wird beschrieben, wie gekocht, geheizt, gebadet wurde und wie der Alltag auf dem Gut mit  den Tieren verlief. Besonders interessant fand ich den Umgang der Adeligen mit den Bediensteten, den `Leuten`, wie sie genannt wurden.

 Auch wenn das Buch keine wirklichen Höhen und Tiefen hat, empfand ich es auf keinen Fall langatmig, sondern es hat mir gut gefallen, über das alltägliche Leben zu lesen.
Die Themen der Frauen waren der Haushalt mit seinen üblichen Aufgaben und der Bewirtung der Gäste. Auf keinen Fall durften der Hausherr damit behelligt wurden.
Die Männer interessierten sich mehr für die Arbeiten und die Tiere auf dem Gut und natürlich für Politik.
Die Autorin hat sehr unterschiedliche und facettenreiche Charaktere geschaffen, wovon mir besonders Frederike und Onkel Erik, ihr Stiefvater, richtig ans Herz gewachsen sind.  Aber auch alle anderen hatten ihre liebenswerten oder besonderen Seiten.
Das Buch erzählt Frederikes Erlebnisse, bis sie achtzehn Jahre alt ist,  das Ende lässt noch einige Fragen offen.
Doch ein Lebensabschnitt ist nun abgeschlossen und die Fortsetzung wird nicht lange auf sich warten lassen.



Ich danke  Aufbau Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.