Mittwoch, 2. September 2015

Rezension: `Morgen Früh, wenn Du willst` von Tania Carver


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Menschliche Abgründe tun sich auf!!!













Das Buch beginnt schon ziemlich spannend und ob der Anfang aus der Sicht des Täters oder des Opfers erzählt wird, bleibt erst mal im Unklaren.
Detective  Inspector Phil Brennan war mir schon aus den vorigen Bänden bekannt, genauso wie seine Ehefrau, die Psychologin und Profilerin Marina Esposito.
Diesmal bekommt Phil es mit mehreren, ziemlich abartigen Morden  zu tun, gleichzeitig muss er sich mit seiner neuen Stelle und dem Team in Birmingham zurechtfinden. Nicht alle Mitarbeiter sind begeistert, dass ihnen ein Chef von außerhalb vor die Nase gesetzt wurde. Ehrlich gesagt, fand ich Phils Verhalten bei den neuen Kollegen auch nicht sonderlich sympathisch.
Marina hat eine Dozentenstelle angenommen und direkt am Kennenlernabend der Uni passiert ihr etwas, das sie völlig aus der Bahn wirft und worüber sie mit ihrem Mann auf keinen Fall reden kann.
Den Leser erwarten deswegen einige verschiedene Handlungsstränge, die am Ende schlüssig zusammenlaufen.

Die einzelnen Morde und die Geschichte, mit der Marina sich befassen muss, sind auf jeden Fall gut konstruiert und können einen fesseln. Es geht um ganz spezielle Vorlieben und Gelüste, die nicht unbedingt alltäglich sind. Aus der Sicht des Täters werden wir mit seinen krankhaften Vorstellungen von sexueller Erfüllung konfrontiert.
Das Buch hat knapp 500 Seiten, wobei ich denke, 100 weniger hätten es auch getan. Ich fand die Story spannend, auch mag ich den Schreibstil von Tania Carver, aber trotzdem habe ich über eine Woche gebraucht, bis ich das Buch durch hatte. 
Insgesamt war  mir die Story vielleicht etwas zu langatmig, aber auf keinen Fall langweilig. Für 5 Sterne hat es nicht ganz gereicht, aber 4 vergebe ich gerne.






 Ich danke dem List Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Donnerstag, 27. August 2015

Rezension: `Ich bat den Himmel um ein Leben` von Lucia Jang

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Ein aufwühlendes Buch!!!













Selten hört man ja mal einen Bericht von jemandem, der es geschafft hat und aus Nordkorea geflüchtet ist.
Umso gespannter war ich auf das Buch von Lucia Jang, die das hinter sich hat und über ihre Erlebnisse geschrieben hat.
Allerdings wird die Flucht nur kurz behandelt, es geht mehr um das alltägliche Leben der Menschen in Nordkorea.
Lucia lebt mit ihrer Familie in einem Dorf, in dem es fast nichts gibt. Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben, oftmals haben sie für die ganze Familie nicht mal eine Schale Reis zu essen.
Das Leben besteht aus Arbeit und Hunger. Trotzdem beten sie ihr Staatsoberhaupt geradezu an. Dem Großen Führer und Herrscher Kim Il-sung und später dem Geliebten Führer Kim Jong-il wird immer gedankt für das gute Leben, denn sie empfinden es als Glück, zumindest eine Schale Reis am Tag zu haben. Völlig irre fand ich auch, dass der Staat von den Bürgern verlangt, ihre Hütten, Häuser usw. alle zwei Jahre gelb zu streichen, damit es nach außen immer schön aussieht. Kein Geld für Essen oder Kleidung, aber Farbe kaufen müssen.. - Unfassbar!!!
Es wird trotzdem von der einfachen Bevölkerung nie in Frage gestellt, dass ihr Staatsoberhaupt der Beste ist!!! Ich habe immer bei Tv-Berichten über Nordkorea gedacht, dass die Bewohner in Wirklichkeit ganz anders denken, doch in diesem Buch verehren sie ihn geradezu.
Und das Buch spielt nicht etwa vor ewigen Zeiten, sondern in den 90ern.
Es ist immer noch an der Tagesordnung, dass Babys und Kinder verkauft oder getötet werden und auch Lucias Sohn wurde verkauft, worüber sie nie hinweg kommt.
Sie versucht mehrmals, nach China zu flüchten, weil sie dort auf ein besseres Leben hofft. Nicht nur einmal wird sie zurück in ein Straflager geschickt, in dem unmenschliche Verhältnisse herrschen.
Irgendwann gelingt ihr jedoch die Flucht nach Südkorea und in die Freiheit, worüber ich gerne etwas ausführlicher gelesen hätte und auch das Leben danach wäre noch interessiert gewesen.
Jedoch kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen, es hat mich sehr aufgewühlt und noch eine geraume Zeit beschäftigt.
Es ist geradezu erschütternd zu lesen, was dort tagtäglich für ein Elend herrscht und ich bin wieder einmal froh, dass ich hier in Freiheit und Wohlstand leben darf.



                                





 Ich danke dem  Knaur Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Montag, 24. August 2015

Rezension: `Tu es. Tu es nicht.` von S.J. Watson

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Lies es oder Lies es nicht !!!














Julia, Hausfrau und Mutter, muss gerade mit einem schweren Verlust klarkommen. Ihr jüngere Schwester Kate wurde ermordet und der Täter ist noch nicht gefasst.
Der Kontakt zwischen den Schwestern war nicht besonders und Julia plagt das schlechte Gewissen, sich vielleicht mehr hätte kümmern müssen.
Die Ermittlungen der Polizei dauern ihr zu lange, so versucht sie auf eigene Faust etwas darüber herauszufinden, wie Kate zuletzt gelebt hat, um evt. dadurch auf den Täter zu stoßen.

Mit Hilfe einer Freundin von Kate entdeckt sie, dass ihre Schwester sich in Dating- und Flirtportalen angemeldet hatte und offenbar verschiedene Sexpartner suchte.
Zum Schein loggt sich Julia dort unter Kates Namen ein und hat auch direkt Erfolg.
Sie lernt Lukas kennen, einen Mann, der anscheinend auch dort etwas Abwechslung sucht. Doch die Bekanntschaft läuft nicht so, wie Julia es sich vorgestellt hat. Durch die Treffen begibt sie sich und auch ihre Familie in Gefahr und ist nicht mehr fähig, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen. Anstatt der Polizei mitzuteilen, was sie herausgefunden hat, verstrickt sie sich immer weiter in ein Lügengebilde und kann irgendwann weder vor noch zurück.

Die Charaktere sind sehr vielschichtig, haben von allem etwas, wobei mir Julias Ehemann und Sohn am sympathischsten waren.
Zu Anfang hat mir das Buch gar nicht gefallen, ich hätte es am liebsten weggelegt, aber da es ein Rezensionsexemplar war, musste ich weiterlesen. Manchmal hätte ich die Protagonistin schütteln mögen, damit sie sich nicht so naiv verhält. Wie kann eine erwachsene Frau so handeln?

Plötzlich nahm die Story jedoch rasant an Fahrt auf und es wurde richtig spannend. Die Handlung war für mich auch total undurchsichtig, obwohl ich natürlich viele Vermutungen hatte. Aber zwischendurch passierte immer wieder etwas, dass mich an meinen Theorien zweifeln ließ.
Teilweise konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen und habe jede freie Minute weitergelesen. Doch dann flachte es leider wieder ab, dümpelte eine Weile vor sich hin, bis der Autor mit interessanten Wendungen überraschte.
Das Ende ist relativ kurz abgehandelt, da hätte ich mir schon etwas mehr Auf- oder Erklärung gewünscht, und besonders gelungen fand ich es auch nicht.
Ich bin hin-und hergerissen, wie viele Sterne ich hier vergeben soll, ich schwanke zwischen 3 und 4. Aber da ich mich doch insgesamt gut unterhalten fühlte, weil es zwischendurch so extrem spannend war, sind 4 Sterne angemessen.
Eine klare Empfehlung kann ich aber nicht aussprechen, sondern nur: "Lies es oder lies es nicht!!"







 Ich danke dem Scherz Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Wer hat gewonnen??

Liebe Leser,

vielen Dank für eure Kommentare hier und bei Facebook.
Das waren ja nun doch einige, die gern die neue CRIME lesen möchten..



Gewonnen haben Ulla M. und Stephanie Z.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH !!!!

Samstag, 22. August 2015

Gewinnt die neue `CRIME` !!!

Liebe  Leser, sicher  habt Ihr schon von der neuen Zeitschrift `CRIME` gehört.. 
Sie erscheint alle zwei Monate und behandelt wahre Verbrechen und wahre Geschichten.
Der Verlag war so freundlich, mir zwei Exemplare zur Verfügung zu stellen!


Wenn Ihr eins davon gewinnen möchtet, kommentiert bis morgen Abend um 22  Uhr 
einfach hier drunter oder auf Facebook.
Natürlich solltet Ihr über 18 Jahre alt sein.
Die Auslosung erfolgt, wie immer, mit random.org.


Montag, 17. August 2015

Rezension: `Sturm über New Orleans` von James Lee Burke





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Katrina!!!














Dies war mein erstes Buch von James Lee Burke und ich fand das Thema über den verheerenden Hurrikan Katrina, der 2005 New Orleans heimgesucht hat, sehr spannend.
Allerdings hatte ich mir unter dem Titel etwas anderes vorgestellt. Der Sturm wird relativ kurz abgehandelt; gerade wird noch aus der Zeit davor berichtet und plötzlich ist schon alles vorbei.
Im Buch geht es mehr um die anschließende Situation und die Zustände in der Stadt. Fast alles wurde zerstört, es herrscht Ausnahmezustand; Plünderungen und Mord- und Totschlag sind keine Seltenheit.
Bis Seite 120 zog die Story sich ziemlich schleppend dahin, dazu kamen noch viele Mitwirkende, die ich gar nicht alle auf die Reihe bekam.

Dann allerdings wurde es spannender und das Buch konnte mich fesseln, weil auch endlich der eigentliche Protagonist ins Spiel kam.
Dave Robicheaux ist ehemaliger Vietnam Veteran und trockener Alkoholiker, und nun ein ziemlich eigenwilliger Cop.
Aus allen umliegenden Städten werden die Helfer und Ordnungshüter nach New Orleans berufen, um inmitten dieser Verwüstungen Hilfe zu leisten.
Rassismus ist an der Tagesordnung und schnell wird klar, dass es immer noch den großen Unterschied zwischen Schwarz und Weiß gibt.
Man merkt die Hilflosigkeit der Behörden und den verzweifelten Versuch der Verantwortlichen, mit dieser schlimmen Katastrophe und ihren Folgen umzugehen.
Auch Dave muss seinen Job erledigen; es geht um eine Schießerei, bei der auf Plünderer geschossen wurde, eine Vergewaltigung und einen verschwundenen Priester.

James Lee Burke schreibt schnell und manchmal sehr sprunghaft, trotzdem so lebhaft, dass man sich sehr gut in die Story hineinversetzen kann. Oft erscheinen mir die Charaktere zu oberflächlich beschrieben; etwas mehr Tiefgang wäre wünschenswert gewesen.
Dave ist ein Ermittler mit unkonventionellen Methoden, die deftige Sprache und ein paar coole Sprüche passen perfekt in die Story und lockern das Ganze immer wieder auf.
Fazit: Nachdem ich mich eingelesen hatte, bin ich völlig abgetaucht und wie es im Klappentext hieß: ` beim Lesen spürte ich die Hitze, schmeckte den Geruch der Zerstörung und roch den Duft der Bars`.






Ich danke dem Pendragon Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Freitag, 14. August 2015

Rezension: `Treuetat` von Elke Pistor




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TREUETAT !!












Im zweiten Band der Reihe um die Kommissarin Verena Irlenbusch gibt es ein Wiedersehen mit ihr, ihren Kollegen und der Großmutter Ruth.

Das Buch beginnt mit einem Prolog, anscheinend aus dem Krieg, aber der Leser weiß nicht, um wen es sich handelt. Zwischendurch schaltet die Autorin immer wieder zurück zu diesen Szenen und man kann rätseln, was es damit auf sich hat.

Verenas neuester Fall ist der tödliche Unfall des Journalisten Christian Ziegler. Anscheinend arbeitete er an einer großen Story und schnell stellt sich heraus, das es sich bei seinem Tod um Mord handelt. Bevor die Ermittler weiterkommen, geschehen weitere Morde und alle scheinen mit Ziegler in Verbindung zu stehen.

Verena findet unterdessen auf dem Dachboden ihres Hauses längst vergessene Fotoalben ihrer Großmutter. Dabei stößt sie auf ein Bild, das sie noch nie vorher gesehen hat. Es zeigt ihren Großvater, den lieben Mann, von dem sie immer nur Gutes gehört hatte, doch plötzlich kommt Verena ein ungeheuerlicher Verdacht....

Das Buch beginnt durch die Vorstellung der verschiedenen Mitwirkenden etwas schleppend, doch wenn man aber erst einmal richtig in der Story drin ist, kommt die Spannung.
Erzählt wird in mehreren Handlungssträngen, die ich teilweise etwas oberflächlich behandelt fand.
Das Privatleben der Mitwirkenden nimmt viel Raum ein, aber der Dachbodenfund von Verena, der sie eigentlich sehr beschäftigt, wird für meine Begriffe viel zu kurz abgehandelt.
Die Auflösung des Ganzen am Ende des Buches hat mit sehr gut gefallen, hätte nur auch gerne ausführlicher sein dürfen. Bei einer Sache glaube ich aber, dass das im nächsten Teil noch genauer durchleuchtet werden wird.

Der erste Band um Verena Irlenbusch hat mir etwas besser gefallen, aber auch `Treuetat` ist ein Krimi mit einer gut durchdachten Handlung und lässt sich wieder sehr gut lesen









Ich danke dem Ullstein Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Samstag, 8. August 2015

Rezension: `Der Profiler` von Axel Petermann



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Methoden eines Profilers!!!
















`Der Profiler` ist das erste Buch von Axel Petermann, das ich gelesen habe.
Hier handelt es sich nicht um einen Krimi, sondern um eine Art Tatsachenbericht. Axel Petermann war bis 2014 Leiter der  Dienststelle `0perative Fallanalyse` bei der Bremer Mordkommission. Inzwischen pensioniert, lassen ihn ungeklärte Mordfälle aber immer noch nicht zur Ruhe kommen.
In vier abgeschlossenen Kapiteln erzählt er von Fällen, bei denen die Polizei nicht weiterkam oder noch Fragen offen sind.
Auch nach vielen Jahren oder sogar Jahrzehnten, gibt es meistens noch Spuren und Hinweise, um dem Täter näher zu kommen.
Auf seine unkonventionelle Art, die Dinge anzugehen, bekommt Axel Petermann  auch immer noch etwas heraus.
Stundenlang steht er am Tatort und lässt ihn einfach nur auf sich wirken und ist in teilweise riskanten Selbstversuchen bemüht, sich in Opfer oder Täter hineinzuversetzen.
Mit seinen eigenen Methoden  kann er Tathergänge rekonstruieren oder Motive erkennen.

Verbissen kämpft er darum, die Wahrheit herauszufinden, auch wenn eine Polizeiakte schon geschlossen wurde und der Täter scheinbar längst feststeht.
Ich fand das Buch spannend und war fasziniert, wie Axel Petermann vorgeht, um herauszufinden, was wirklich passiert ist.

Die erste Geschichte war für mich etwas lang und fast zu ausführlich, aber trotzdem fesselnd und die anderen drei haben  mich direkt gepackt.
Fazit: Kein Krimi, aber extrem spannend, wenn man sich für die Arbeit eines Profilers interessiert.





Ich danke dem  Heyne Verlagfür die Zusendung des Rezensionsexemplares.